Der große Figurtyp-Guide

Umgekehrtes Dreieck

Präsente Schultern, schmale Hüfte, schöne Beine: der Styling-Guide für den Figurtyp, der unten auftrumpfen darf.

Beim umgekehrten Dreieck (in Ratgebern auch V-Typ oder »Schwimmerin-Figur« genannt) sind die Schultern breiter als die Hüfte: eine gerade, oft sportliche Schulterlinie über einer schmalen Hüfte und meist schlanken, langen Beinen. Die Stilratgeber sind sich einig, wie dieser Typ am leichtesten ins Gleichgewicht kommt. Die Antwort ist die spiegelverkehrte Regel des klassischen Dreiecks: oben Ruhe, unten Volumen, Farbe und Aufmerksamkeit. Dieser Guide zeigt dir, wie das konkret aussieht.

  • 01Schultern spürbar breiter als die Hüfte
  • 02Gerade, sportliche Schulterlinie, wenig Taille
  • 03Schmale Hüfte, schlanke Beine
Illustration: schlichtes V-Top mit Plisseerock am umgekehrten Dreieck
Die Formel des V-Typs: oben schlicht, unten Volumen
01Erkennen & Messen

Bist du ein umgekehrtes Dreieck?

Messanleitung Figurtyp umgekehrtes Dreieck

Kennzeichen dieses Typs ist die Richtung der Silhouette: Sie wird von oben nach unten schmaler. Schultern oder Brustkorb sind deutlich breiter als die Hüfte, die Taille ist wenig ausgeprägt, der Po eher flach. Ein deutscher Stilratgeber bringt es auf die Faustformel 4 : 3 : 2. So verhalten sich Oberweite, Taille und Hüfte bei einem ausgeprägten V-Typ zueinander.

Auch hier verraten es die Alltagsindizien am schnellsten: Oben brauchst du eine größere Konfektionsgröße als unten, Blazer spannen zuerst an den Schultern und sitzen an der Hüfte zu weit, und Hosen passen problemlos, während Oberteile knapp werden.

Gemessen wird wie immer: Schulter, Taille und Hüfte, das Maßband locker anliegend. Liegt die Schulter klar vorn, bist du hier richtig.

Der Schnell-Check

  1. Wirken deine Schultern im Spiegel breiter als deine Hüfte?
  2. Brauchst du oben eine größere Größe als unten?
  3. Spannen Jacken zuerst an den Schultern?

Dreimal Ja? Willkommen. Unsicher? Die Stilberatung führt dich in vier Kapiteln zu deinem Stilpass.

02Die Grundidee

Drei Prinzipien, mehr brauchst du nicht

Das umgekehrte Dreieck ist der Typ mit der klarsten Blickrichtung: nach unten. Alles in diesem Guide folgt aus diesen drei Ideen.

Oben Ruhe geben

Weiche, fallende Schultern statt Polster und Puffärmel; schlichte, eher dunkle Oberteile aus fließenden Stoffen. Deine Schulterlinie ist präsent genug, sie braucht keine Verstärkung.

Unten auftrumpfen

Weite Hosen, ausgestellte Röcke, helle Farben, Prints und Taschen: Volumen und Aufmerksamkeit gehören bei dir unter die Taille. Das gleicht die Proportionen wie von selbst aus.

Schmal und tief ausschneiden

V- und U-Ausschnitte ziehen eine Vertikale in den Oberkörper und machen ihn optisch schmaler und länger. Breite, gerade Ausschnitte tun das Gegenteil. Die überlässt du dem klassischen Dreieck.

Deine Beine sind das Argument. Lass sie reden.

03Kleider & Röcke

Volumen gehört in den Rockteil

Ausgestellt ab der Taille

Die Kleiderformel des V-Typs: oben schlicht und körpernah, ab Taille oder Hüfte ausgestellt. A-Linien, Godet- und Skaterkleider setzen das Rockvolumen genau dorthin, wo deine Silhouette Gegengewicht braucht. Muster, Plissee und Details gehören in den Rockteil, der Ausschnitt bleibt schmal und gern tief. Wickelkleider mit V-Ausschnitt funktionieren ebenfalls sehr gut, sie deuten zusätzlich eine Taille an.

Beim Etuikleid scheiden sich die Geister: Manche Guides empfehlen es, andere raten ab. Der brauchbare Kompromiss aus der Beratung: nur mit leicht ausgestelltem Rockteil tragen.

Röcke: deine stärkste Kategorie

Ob Plissee, Falten, Stufen, Teller oder Godet: Praktisch jede ausgestellte Rockform arbeitet für dich, von Mini bis Maxi, und der Bund darf sogar auf der Hüfte sitzen. Nur der enge Bleistiftrock läuft deiner Silhouette entgegen: Er verengt genau da, wo du Volumen willst.

Fließender Rock mit Volumen

Bewegung und Volumen unterhalb der Taille

04Oberteile & Strick

Schlicht ist dein Statement

Oberteile wählst du nach drei Kriterien: schmaler Ausschnitt (V, U oder feiner Rundhals), weiche Schulter (Raglan-, Kimono- und überschnittene Ärmel folgen der Schulter, statt sie zu betonen) und fließender Stoff. Feiner, glatter Strick ist deine verlässlichste Kategorie; Grobstrick und Strukturdetails an Schulter und Ausschnitt tragen dort auf, wo du es nicht brauchst.

Zwei Details aus der Beratung, die oft übersehen werden: breite Träger statt Spaghetti-Träger, weil sie im besseren Verhältnis zur Schulterlinie stehen, und Oberteile lieber bis über die Hüftlinie tragen statt cropped. Schößchen-Tops sind ein Geheimtipp: Das kleine Volumen am Saum baut unten Kurve auf.

05Blazer & Jacken

Einreihig, weich, länger

Illustration: offener Longblazer mit weicher Schulter

Die Jackenregeln des V-Typs sind die einheitlichsten aller Stilratgeber: einreihig statt zweireihig, weiche Schulter ohne Polster oder Epauletten, Länge bis zur Hüfte oder auf den Oberschenkel, nie cropped. Taschen auf Hüfthöhe sind ausdrücklich erwünscht, sie geben der schmalen Hüfte Volumen.

Ein längerer, offen getragener Blazer streckt zusätzlich und führt den Blick nach unten. Auch die lässig geschnittene Jeansjacke funktioniert, solange die Schulter fällt statt steht. Nur beim Revers streiten sich die Quellen, ob schmal oder breit; kragenlose Formen sind der unstrittige Weg.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  1. Blazer und Jacken immer nach der Schulter kaufen: Sitzt die Schulternaht exakt auf dem Knochenpunkt, lässt sich alles andere anpassen. Eine spannende Schulter dagegen nie.
  2. Beim Anprobieren die Arme einmal nach vorn strecken: Zieht das Rückenteil sofort, ist das Teil zu schmal geschnitten, egal was das Etikett sagt.
  3. Hosen darfst du nach Lust kaufen. Wenn der Bund an der schmalen Hüfte rutscht, hält ein schmaler Gürtel, der unter dem längeren Oberteil verschwindet.
06Hosen

Hier darfst du alles, was andere meiden

Die Hosenabteilung ist dein Spielplatz. Weite, voluminöse Formen wie Marlene, Palazzo, Culotte, Bootcut, Paperbag oder Cargo bauen genau das Volumen auf, das deine Silhouette unten braucht. Und all die Details, vor denen andere Figurtypen gewarnt werden, sind bei dir erwünscht: aufgesetzte Taschen, helle Waschungen, Aufschläge, sogar Prints und kräftige Farben.

Die Faustregel für den ganzen Look: dunkel und ruhig oben, hell und lebendig unten. Wenn es doch einmal schmal sein soll, wähl ein gerades Bein statt Skinny. Die gerade Linie hält die Proportion, während Skinny die Hüfte zusätzlich verengt.

Mit dem hohen Bund und dem runden, weiten Bein ist die Barrel-Jeans wie für diesen Typ gezeichnet: Sie baut Hüftvolumen auf, ohne dass du dafür etwas tun musst.

Illustration: helle weite Hose zu dunklem Raglan-Top
Illustration: Plisseerock
07Stoffe & Muster

Oben leise, unten laut

Beim umgekehrten Dreieck dreht sich die Stoffregel des klassischen Dreiecks um: Der Oberkörper bekommt weiche, fallende Qualitäten in ruhigen Farben. Unten darf der Stoff Stand, Struktur, Glanz und Print mitbringen.

Fließend nach oben

Seide, Satin, Jersey, feiner Strick: Stoffe, die über die Schulter fallen, statt auf ihr zu stehen. Uni oder kleinteilig gemustert, eher dunkel.

Struktur nach unten

Fester Denim, Plissee, strukturierte Röcke und Hosen: Unten darf der Stoff Volumen aufbauen und die Hüfte breiter zeichnen.

Strick: fein statt grob

Feiner, glatter Strick liegt ruhig an der Schulter. Grobstrick, Zopfmuster und Schulterdetails wandern in den Don’t-Stapel.

Deine Farben am umgekehrten Dreieck

Bei dir läuft es andersherum als in den meisten Ratgebern: Ruhige Töne oben lassen die Schulter weich wirken, Farbe und Muster unten geben der Silhouette Schwung. Deine Palette dafür:

Frühling · warm & hellCreme, Apricot, helles Camel, frisches Grün: Töne mit Licht darin.
Sommer · kühl & weichRosé, Taubenblau, Salbei, Graublau: sanfte Töne mit Grauschleier.
Herbst · warm & tiefRost, Oliv, Senf, Schokobraun: satte Erdtöne mit Gold darin.
Winter · kühl & klarMarine, Bordeaux, Smaragd, Reinweiß: klare Töne, starke Kontraste.

Deine Farbwelt kennst du noch nicht? Kapitel 2 der Stilberatung findet sie in zwei Minuten.

Bei Streifen gilt die Richtungsregel wörtlich: Längsstreifen oben, Querstreifen höchstens unten.

08Auf einen Blick

Do & Don’t am Kleiderbügel

Schlichtes Top mit Faltenrock am Bügel

Das bringt dich ins Gleichgewicht

  • V- und U-Ausschnitte, schmal und gern tief
  • Raglan-, Kimono- und überschnittene Ärmel
  • Weite Hosen mit Taschen, Prints, hellen Farben
  • Ausgestellte Röcke: Plissee, A-Linie, Godet
  • Einreihige Blazer in Hüft- bis Oberschenkellänge
Kastige Jacke mit Schulterpolstern am Bügel

Das braucht deine Figur nicht

  • Schulterpolster, Epauletten, Puffärmel, Volants oben
  • Carmen-, U-Boot- und Karree-Ausschnitte
  • Querstreifen und große Muster am Oberkörper
  • Skinny-Hosen und enge Bleistiftröcke
  • Cropped Tops und Kurzjacken zu schmalen Hosen
09Drei Anlässe, drei Formeln

So sieht das angezogen aus

Büro

Die ruhige Autorität

Dunkles, schlichtes Shirt, dazu die weite High-Waist-Jeans oder eine Marlene: Die Silhouette balanciert sich selbst, der Schmuck sitzt am Handgelenk statt an der Schulter.

Abend

Volumen in Bewegung

Ein fein fallendes Top mit tiefem V, darunter ein ausgestellter Rock mit Plissee oder Print. Der Rock ist der Star des Abends. Genau so soll es sein.

Wochenende

Doppelt Denim, richtig verteilt

Die locker geschnittene Jeansjacke mit fallender Schulter über der weiten Barrel: Volumen unten, Lässigkeit oben, Beine im Mittelpunkt.

Burcu, Gründerin von Burcu Pan
»Für den V-Typ suche ich beim Einkauf nach weichen Schultern und schönen Röcken, das ist die halbe Miete. Wenn ein Teil an der Schulter steht statt fällt, bleibt es im Showroom. Schreib mir, wenn du unsicher bist.«
Signatur Burcu Pan

Burcu · Gründerin & Einkauf, Burcu Pan

10Aus der Kollektion

Deine Favoriten für das umgekehrte Dreieck

Alle Teile für das umgekehrte Dreieck Nicht sicher, ob das dein Typ ist? Zur Stilberatung

Zum Schluss das Wichtigste: Das hier ist eine Orientierung, kein Regelbuch. Trag, was du liebst. Dieser Guide zeigt nur, was deine natürliche Linie am leichtesten betont, wenn du das möchtest.

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